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	<title>Geh und verkünde</title>
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	<description>Frauen predigen zu den Bibeltexten der Sonn- und Feiertage www.kath-frauenpredigten.net</description>
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		<title>Übersicht der Predigten nach Lesejahren</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jun 2023 12:55:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leserinnen und Leser, da es nun keine neuen Predigten mehr geben wird, möchten wir Sie einladen, die alten Texte noch einmal zu lesen. Sie könnten gleich beginnen am Pfingstmontag mit dem Text von 2011. Hier finden Sie die dann &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9758">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserinnen und Leser,</p>
<p>da es nun keine neuen Predigten mehr geben wird, möchten wir Sie einladen, die alten Texte noch einmal zu lesen. Sie könnten gleich beginnen am Pfingstmontag mit dem Text von 2011.</p>
<p>Hier finden Sie die dann Links zum 1. Adventssonntag der einzelnen Lesejahre. So können Sie sich ein ganzes Jahr von den alten Texten begleiten lassen. Möglicherweise kennen Sie manche Predigt noch nicht oder Sie entdecken etwas Neues. Vielleicht möchten Sie auch etwas kommentieren. So könnte dieser Blog auch weiterhin lebendig bleiben.</p>
<p>Pfingstmontag 2011 (Lesejahr A)<br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=245">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=245</a> </p>
<p><strong>Lesejahr A</strong> Beginn 1. Adventssonntag<br />
2013</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=2702">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=2702</a></p>
<p>2016</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=5499">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=5499</a></p>
<p>2019</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=7479">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=7479</a></p>
<p>2022</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9597">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9597</a></p>
<p><strong>Lesejahr B </strong>Beginn 1. Adventssonntag</p>
<p>2011</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=398">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=398</a></p>
<p>2014</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=3591">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=3591</a></p>
<p>2017</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=6209">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=6209</a></p>
<p>2020</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=8499">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=8499</a></p>
<p><strong>Lesejahr C </strong>Beginn 1. Adventssonntag</p>
<p>2012</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=1758">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=1758</a></p>
<p>2015</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=4437">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=4437</a></p>
<p>2018</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=6842">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=6842</a></p>
<p>2021</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9287">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9287</a></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br />
Diese Zusammenstellung wurde von Sigrid Haas erarbeitet. Herzlichen Dank dafür!<br />
Birgit Droesser</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nichts brauchen wir so sehr wie dich, Gottes heilende Kraft &#8211; Hochfest von Pfingsten</title>
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		<pubDate>Fri, 26 May 2023 09:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Pfingstsequenz, verfasst um das Jahr 1200 Komm herab, o heilige Geistkraft, die die finstre Nacht zerreißt, strahle Licht in diese Welt. Komm, die alle Armen liebt, komm, die gute Gaben gibt, komm, die jedes Herz erhellt. Höchste Trösterin in &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9749">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Die Pfingstsequenz</strong>, verfasst um das Jahr 1200<br />
Komm herab, o heilige Geistkraft,<br />
die die finstre Nacht zerreißt,<br />
strahle Licht in diese Welt.</p>
<p>   Komm, die alle Armen liebt,<br />
   komm, die gute Gaben gibt,<br />
   komm, die jedes Herz erhellt.</p>
<p>Höchste Trösterin in der Zeit,<br />
Gast, der Herz und Sinn erfreut,<br />
köstlich Labsal in der Not.</p>
<p>   In der Unrast schenkst du Ruh,<br />
   hauchst in Hitze Kühlung zu,<br />
   spendest Trost in Leid und Tod.</p>
<p>Ohne dein lebendig Wehn<br />
kann im Menschen nichts bestehn,<br />
kann nichts heil sein noch gesund.</p>
<p>   Was befleckt ist, wasche rein,<br />
   Dürrem gieße Leben ein,<br />
   heile du, wo Krankheit quält.</p>
<p>Wärme du, was kalt und hart<br />
löse, was in sich erstarrt,<br />
lenke, was den Weg verfehlt.</p>
<p>   Gib dem Volk, das dir vertraut,<br />
   das auf deine Hilfe baut,<br />
   deine Gaben zum Geleit.</p>
<p>Lass es in der Zeit bestehn,<br />
deines Heils Vollendung sehn<br />
und der Freuden Ewigkeit.<br />
Amen. Halleluja</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2022/06/Birgit-2022-001-4.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2022/06/Birgit-2022-001-4-150x150.jpg" alt="Birgit 2022 001 (4)" width="150" height="150" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-9465" /></a>Birgit Droesser, Pastoralreferentin a.D. der Diözese Rottenburg-Stuttgart, jetzt ehrenamtlich tätig in St. Bruno, Würzburg
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Nichts brauchen wir so sehr wie dich, Gottes heilende Kraft</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
den Abschiedsreden Jesu an den Sonntagen der Osterzeit muss ich jetzt eine weitere hinzufügen: Auch wir sagen Adieu nach 12 Jahren Frauenpredigten in diesem Blog. Wer erführe es nicht täglich, alles hat seine Zeit und alles geht einmal zu Ende? In diesem, unserem  Fall gibt es mehrere Gründe. Für mich persönlich als Initiatorin sind es das Älterwerden und gesundheitliche Probleme. Der Kreis der Predigerinnen ist in letzter Zeit kleiner geworden. Und die Kommentare unserer Leserinnen und Leser blieben fast ganz aus, was uns schon irritiert hat. Wir wissen eigentlich nicht, woran wir sind. Denn 409tausenmal wurde eine Seite dieses Blogs in den letzten 12 Jahren aufgerufen, täglich sind es bis heute zwischen 50 und 250 Aufrufe (wobei jeder Klick bei der Suche nach einer bestimmten Seite gezählt wird). Ab und zu hat sich jemand gemeldet, um zu fragen, ob die Texte frei verwendet werden dürfen. Ja, sie dürfen! &#8211; und zwar auch weiterhin, denn der Blog bleibt im Netz zugänglich.</p>
<p>Einigen von uns Autorinnen fällt es richtig schwer aufzuhören, weil sie auf der einen Seite keine Herausforderung mehr, und auf der anderen Seite keine Gelegenheit mehr haben, sich dem Wort Gottes so zu stellen, dass es zur eigenen Verkündigung wird. Noch im März, während der letzten Sitzung des Synodalen Weges, dachte ich: gut, jetzt kommt wenigstens die Genehmigung der Laienpredigt auch in der Eucharistiefeier und damit ist das Hauptanliegen dieses Predigtblogs eigentlich erfüllt. Jedoch: wieder einmal falsch gedacht. Auch dieser Türspalt, der Frauen in der Liturgie hätte sichtbar und hörbar machen können, wurde vom Vatikan wieder zugeknallt. Die Situation der Kirche in Westeuropa interessiert die vatikanischen Amtsträger anscheinend nicht wirklich, ebenso wenig die Lebenswege verheirateter Priester und der Frauen, die ihre Berufung zum Diakonat und zum priesterlichen Dienst spüren, prüfen, viel dafür investieren und nicht leben können, weil sie schlichtweg ignoriert werden.  Es ist bisher immer wieder das Gleiche: Es geht um das Profil der katholischen Kirche als Institution, sei es in Rom oder in vielen Ortskirchen. Das Lebensglück von Menschen spielt da keine Rolle. <em>Kalt, hart, in sich erstarrt </em>, so nehmen wir die Amtskirche wahr. Ein bitteres Fazit gewiss.</p>
<p>Doch es wäre sehr unrecht, die andere Seite nicht zu würdigen: Ich denke an das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken mit ihrer Vorsitzenden Irme Stetter-Karp, die nach wie vor kämpferisch ist und ihre gut begründete Forderung nach voller Gleichberechtigung der Frauen nicht zurückschraubt, sondern immer wieder vehement formuliert. Und ich denke auch an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, dessen Leistung meiner Ansicht nach viel zu wenig gewürdigt wird. Er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er wurde in den Vatican News am 22.5. wie folgt zitiert:
<ul>
&#8222;Ich wünsche mir, dass alle Dienste und Ämter in naher oder nicht allzu ferner Zukunft für Frauen offen stehen.&#8220; Er trage &#8222;mit persönlicher Überzeugung das Votum des Synodalen Weges mit, den Diakonat für Frauen intensiv nach vorne zu bringen und bei der Frage einer möglichen Zulassung der Frauen zum Priesteramt weltkirchlich die Türen nicht zu schließen, sondern die theologischen Argumente gründlich zu wägen, die dafür sprechen.&#8220;</ul>
<p> Wenn man weiß, wie hart die Fronten auch in der deutschen Bischofskonferenz verlaufen, können wir nur flehentlich  um die heilende Kraft des göttlichen Geistes bitten. </p>
<p><strong>Nichts brauchen wir so dringend wie dich, Gottes heilende Kraft.</strong><br />
Auch ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass wir auf das falsche Pferd setzen, wenn wir nur auf Rom schauen. Die Erneuerung der Kirche geschieht doch längst im Kleinen vor Ort, wo sich Menschen zusammenfinden, die sich für ihre Gemeinde einbringen, Dienste übernehmen, Gottesdienste halten, predigen, Bibelgespräche führen, sich um die Kindergottesdienste kümmern usw. Menschen engagieren sich bei San´ Egidio, kümmern sich bei ACAT um Inhaftierte und Gefolterte weltweit&#8230; Allerdings, wie gesagt, im Kleinen. Aber das ist doch unsere Chance. Wo man spürt, dass Gottes heilende Geistkraft wirkt, kommt die eine zum anderen, entsteht eine besondere Gemeinschaft. Aber es bleibt mühsam. Die Erstkommunionkinder würden wir gerne in die Gemeinde hereinholen. Doch sie werden auch weiterhin am Sonntag danach nicht mehr zu sehen sein, &#8211;  einzelne ausgenommen, über die wir uns freuen, &#8211;  weil sie Spannenderes und anscheinend Schöneres vorhaben; es sei ihnen gegönnt. Trotzdem lohnt es sich, wenn sie und ihre Eltern mit der Erstkommunion ein Fest hatten, vielleicht sogar eine gute Erfahrung machen konnten. </p>
<p>Alles wird vielgestaltiger und individueller. Und wenn dann irgendwann die vatikanischen Behörden so weit sind, dass sie den getauften und geisterfüllten Christen ihre Rechte zugestehen, wird man darüber lächeln, wie kürzlich bei der offiziellen Erlaubnis des Lektorats für Frauen nach vielen Jahrzehnten geübter Praxis.</p>
<p><em>Wärme du, was kalt und hart, löse, was in sich erstarrt, heile du, wo Krankheit quält. </em><br />
Mit so vielen anderen vertraue ich auf Gottes heilende Geistkraft. Von Kraft ist die Rede, von Macht und Dynamik. In der Geschichte der Apostel und Apostelinnen lesen wir z.B. in Kapitel 8 wie Petrus und Johannes in Samarien wirken. Jüdische Gläubige hatten das Wort vom Messias angenommen und es heißt dann: <em>sie waren nur getauft auf den Namen Jesu, des Herrn. Dann legten die Apostel ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.</em> Das muss man offensichtlich gemerkt und gespürt haben. Von den Aposteln wird ja erzählt, dass sie gleich nach dem Pfingstfest Menschen heilen konnten, wie immer wir das heute verstehen wollen. Es geht um diese göttliche Kraft, die in Menschen und damit in der Kirche wirkt, und der wir oft viel zu wenig zutrauen. Gottes Geistkraft ist Dynamik, die heilen k a n n &#8211; auch die Wunden unserer Kirche. Die göttliche Kraft macht uns froh, schenkt Zuversicht und Mut, unseren eigenen Weg mit Jesus Christus zu gehen, innerhalb und außerhalb der verfassten Kirche.</p>
<p>Jetzt bleibt mir mit dem Adieu &#8211; mit Gott &#8211; nur DANKE zu sagen: an erster Stelle den Autorinnen dieses Blogs. Ich weiß von vielen, wie sehr sie sich im kirchlichen Dienst verausgaben. DANKE für eure schönen, tröstenden und mutmachenden Predigten! DANKE für den Schatz, den wir und die Öffentlichkeit mit diesem Predigtblog haben!<br />
DANKE Ihnen, liebe Leserinnen und Leser für Ihre Treue, DANKE für jeden anregenden Kommentar. Bleiben sie voll Vertrauen und und von Gottes Geistkraft gestärkt und behütet!</p>
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/05/20230520_1143341.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/05/20230520_1143341-150x150.jpg" alt="20230520_114334" width="150" height="150" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-9754" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gottvertrauen statt Angst &#8211; 7. Sonntag der Osterzeit A</title>
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		<pubDate>Fri, 19 May 2023 21:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Antwortpsalm nach der ersten Lesung: 27 Kehrvers: Ich schaue Gottes Güte im Land der Lebenden 1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil: / Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Zuflucht meines Lebens: / &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9742">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Der Antwortpsalm nach der ersten Lesung</strong>: 27<br />
Kehrvers: Ich schaue Gottes Güte im Land der Lebenden<br />
1 Der Herr ist mein Licht und mein Heil: / Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Zuflucht meines Lebens: /<br />
Vor wem sollte mir bangen?<br />
4 Nur eines habe ich vom Herrn erfragt, dieses erbitte ich: / Im Haus des Herrn zu wohnen / alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen / und nachzusinnen in seinem Tempel.<br />
7 Höre, Herr, meine Stimme, wenn ich rufe; / sei mir gnädig und gib mir Antwort!<br />
8 Mein Herz denkt an dich: «Suchet mein Angesicht!» / Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/05/Kapelle-4.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/05/Kapelle-4-150x150.jpg" alt="Kapelle (4)" width="150" height="150" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-9746" /></a><br />
<strong>Autorin:</strong><br />
Sigrid Haas, Diplomtheologin in Mannheim</p>
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Gottvertrauen statt Angst</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
der Psalm beginnt mit einem beeindruckenden Glaubensbekenntnis. <em>Gott ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Gott ist die Zuflucht meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?</em> Wir wünschen uns wohl alle ein solch unerschütterliches Vertrauen in Gott. Denn wenn es darauf ankommt, befallen uns nicht selten doch wieder Zweifel und Angst…! Und das, obwohl wir wahrscheinlich alle schon die Erfahrung gemacht haben, dass unser Vertrauen belohnt wurde. Die Hilfe oder das Licht kam, wenngleich auch schon mal im allerletzten Moment…</p>
<p><strong>Angst &#8211; ein menschliches Grundgefühl</strong><br />
Vor wem oder was fürchten Sie sich? Möglicherweise haben Sie Angst vor Krankheit und Krieg, dem Verlust geliebter Menschen oder dem Tod? Vielleicht auch vor Konflikten und Veränderungen oder davor, Ihre wahren Gefühle zu zeigen? Es gibt unzählige Gründe, in Angst zu geraten.</p>
<p>Doch wie oft ist das Befürchtete wirklich eingetreten? In den allermeisten Fällen wohl nicht. Allerdings &#8211; je mehr Angst wir haben, desto wahrscheinlicher geschieht tatsächlich das, was uns Angst macht. Ja, wir ziehen es geradezu magisch an…! Das haben Sie wahrscheinlich schon erlebt.</p>
<p>Im Alten Testament kommt Angst bzw. Furcht oft vor, denn es ist ein Grundgefühl. Im Neuen Testament ist es ebenfalls häufig. Jesus wusste um unsere Angst. Viele Male sagte er deswegen „Fürchte dich nicht“ bzw. „Fürchtet euch nicht!“</p>
<p>Im Hebräischen wird nicht unterschieden zwischen Angst, Furcht und Ehrfurcht. Diesem Bedeutungsfeld werden über 30 Wortstämme zugeordnet. Die Bandbreite reicht von „sich fürchten“ bis „vor jemandem Ehrfurcht haben“ und ergibt sich erst aus dem Kontext. Mit der Angst wird außerdem das Gefühl des Eingeengt-Seins bzw. der Enge verbunden. </p>
<p>Auch im Deutschen werden Furcht und Angst oft gleichgesetzt, nicht jedoch die Ehrfurcht. Wobei es medizinisch gesehen zwischen Angst und Furcht körperlich, gedanklich und hirnphysiologisch deutliche Unterschiede gibt. Die Angst ist eher eine dauerhafte körperliche Anspannung und Wachsamkeit, die der Erwartung vermeintlicher Gefahren entspringt und dementsprechende Gedanken auslöst. Je länger dieser Zustand jedoch anhält, desto ernster sind die gesundheitlichen Folgen. </p>
<p>Dagegen bezieht sich die Furcht meistens auf eine akute oder drohende reale Gefahr. Sie löst zwar starke körperliche Reaktionen aus, verschwindet aber normalerweise bald wieder. Deshalb kann sich unser Körper meistens schnell davon erholen. </p>
<p><strong>Angst und Manipulation</strong><br />
Wenn wir Angst haben, vor was auch immer, sind wir manipulierbar. Was machen Menschen nicht alles aus Angst, sogar wenn ihnen der gesunde Menschenverstand sagt, sie sollen es nicht tun…! Angst lähmt das klare Denken. Und je mehr wir uns ausmalen, was alles passieren könnte, desto beeinflussbarer werden wir, wenn jemand uns vermeintliche Sicherheit und Schutz anbietet. „Licht“ und „Heil“ versprechen viele. Doch nicht selten ist es ein Irrlicht und die angebliche Hilfe entpuppt sich als leeres Versprechen, Betrug oder im schlimmsten Fall sogar als Gefahr.</p>
<p>Und die Bedrohungen nehmen seit Jahren beständig zu: Arbeitslosigkeit, Inflation, Umweltzerstörung, Klimaveränderungen, gesellschaftliche Spannungen, Gewalt, Terrorismus, Kriege, Flüchtlingsströme, Armut, Ausbeutung, Korruption, Giftstoffe, elektromagnetische Strahlung, gefährliche Experimente mit Gentechnik und künstlicher Intelligenz etc. All das löst mehr oder weniger Angst aus, je nach unserer persönlichen Lebenssituation und dem Grad unseres Gottvertrauens. </p>
<p>Der Verfasser des Psalms jedenfalls hat trotz aller Bedrohungen nicht nach anderen „Lichtquellen“ gesucht. Sein Vertrauen in Gott war unerschütterlich, hatte er doch in der Vergangenheit bereits die Erfahrung gemacht, dass Gott da ist und hilft.</p>
<p><strong>Gottvertrauen statt Angst</strong><br />
Die vertrauensvolle Beziehung zu Gott kann von Angst und Furcht befreien. Der Zuspruch „<em>Fürchte dich nicht</em>!“ ist zugleich Ermutigung als auch Anspruch, eben auch mutig und tapfer zu sein, egal wie schwer oder bedrohlich die Situation gerade ist. </p>
<p>Das „Fürchte dich nicht“ ist jedoch gewissermaßen auch ein Befehl, vor Gott Ehrfurcht zu haben. Diese wird aber eher als Erkenntnis bzw. Weisheit verstanden. Indem wir das Böse meiden und nach den Geboten leben, ehren wir Gott. Bei Verstößen kann uns allerdings auch Bestrafung drohen – das ist die andere Seite. Wobei wir oft selbst verantwortlich sind für die Strafe. Wenn wir beispielsweise untreu sind, gibt es Ehekrach oder gar eine Trennung, wenn wir einen ungesunden Lebensstil haben, sind Krankheiten die Folge. </p>
<p>Ereilt uns jedoch trotz gottgefälligem Leben ein schweres Schicksal wie etwa Hiob, dann ist sehr großes Gottvertrauen gefordert. Wenn wir in solch einer scheinbar ausweglosen Situation sind, haben wir die Wahl zwischen Verzweiflung oder Vertrauen. Doch wenn wir Gott treu sind, wie könnte Gott dann nicht auch uns treu sein…? Der Beter oder die Beterin des Psalms ist sich sicher: Selbst wenn Mutter und Vater ihn verlassen würden, Gott würde ihn niemals verlassen. (Vers 10). </p>
<p>Einige indigene Völker in abgeschiedenen Gebieten leben bis heute in Harmonie mit dem göttlichen Wesen, das die ganze Schöpfung aus Liebe erschaffen hat. Und sie vertrauen darauf, dass ihnen durch Mutter Erde jeden Tag alles gegeben wird, was sie zum leben brauchen, selbst in klimatisch herausfordernden Gegenden wie Alaska oder der Wüste. Seit einigen Jahren kommen Angehörige dieser alten Kulturen in die westliche Welt, um uns zu helfen, wieder in Verbundenheit und Vertrauen sowohl in Bezug auf Gott als auch untereinander und mit der Erde zu leben. </p>
<p>Wenn Sie das nächste Mal in Angst geraten, erinnern Sie sich einmal an eine Situation, in der Ihr Vertrauen auf Gott sich bewährt hat. Denn wenn wir uns auch in schwierigen Situationen für das Vertrauen in Gott entscheiden, dann können Wunder geschehen…! Amen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Segen sollt ihr sein &#8211; Christi Himmelfahrt A</title>
		<link>http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9738</link>
		<comments>http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9738#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 19:27:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9738</guid>
		<description><![CDATA[Erste Lesung aus der Geschichte der Apostelinnen und Apostel, Kapitel 1 Übersetzung: Bibel in gerechter Sprache 1 Das erste Buch, Theophilus, habe ich über all das verfasst, was Jesus tat und lehrte 2 bis zum Tag, da er hinaufgenommen wurde, &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9738">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Erste Lesung aus der Geschichte der Apostelinnen und Apostel</strong>, Kapitel 1<br />
Übersetzung: <em>Bibel in gerechter Sprache</em><br />
1 Das erste Buch, Theophilus, habe ich über all das verfasst, was Jesus tat und lehrte<br />
2 bis zum Tag, da er hinaufgenommen wurde, als er den Aposteln, die er ausgewählt hatte, durch die heilige Geistkraft Weisung gab.<br />
3 Ihnen stellte er sich auch durch viele Beweise nach seinem Leiden als lebendig dar, indem er 40 Tage hindurch erschien und vom Reich Gottes sprach.<br />
4 Und während er mit ihnen zusammenkam, wies er sie an, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern darauf zu warten, was vom Vater verheißen ist; »darüber habt ihr von mir gehört,<br />
5 dass Johannes mit Wasser taufte, ihr aber mit heiliger Geistkraft getauft werdet nicht lange nach diesen Tagen.«<br />
6 Als sie sich nun versammelt hatten, fragten sie ihn: »Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?«<br />
7 Er sagte ihnen: »Nicht euch kommt es zu, Zeiten und Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in eigener Souveränität festgesetzt hat.<br />
8 Ihr werdet vielmehr Kraft empfangen, wenn die heilige Geistkraft über euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde.«<br />
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Augen.<br />
10 Und während sie, als er wegging, zum Himmel blickten, standen da zwei Gestalten in weißen Gewändern bei ihnen;<br />
11 die sagten: »Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und blickt zum Himmel? Dieser Jesus ist euch entzogen und zum Himmel hinaufgenommen worden. Wie ihr ihn zum Himmel gehen gesehen habt, so wird er kommen.« </p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/05/Passfoto-A.R..jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/05/Passfoto-A.R..jpg" alt="Angela Repka" width="2283" height="2904" class="size-full wp-image-4063" /></a> Angela Repka, Literaturübersetzerin und ausgebildete Diakonin in Offenbach
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Ein Segen sollt ihr sein</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
… &#8222;gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel&#8220; – so blicken wir im Glaubensbekenntnis auf das Leben und Sterben Jesu zurück, das wir uns auch in diesem Jahr seit der Karwoche über Ostern bis heute wieder neu vergegenwärtigt haben. Himmelfahrt. <em>Das fleischgewordene Wort Gottes</em> kehrt zu seinem Ursprung zurück. Und <em>es kehrt, wie jedes Wort aus dem Munde Gottes, nicht leer zurück</em>, sagt uns die Bibel. Im Gegenteil. Es ist die allergrößte Fülle, denn Jesus Christus zieht die verlorene Menschheit hinter sich her, er hat die Schöpfung mit Gott versöhnt und bringt sie an die Quelle des Lebens zurück. Versuchen wir einmal einen Augenblick lang, diese unvorstellbare Wiedersehensfreude nachzuempfinden … diese himmlische Freude – da fehlen einem die Worte.</p>
<p>Himmelfahrt ist aber auch ein Moment der Loslösung. Mit wieviel Liebe, Umsicht und Feinfühligkeit hat sich Jesus um die Seinen gekümmert &#8211; und das über den Tod hinaus. Die Evangelien zeichnen ein plastisches Bild dieser besonderen Fürsorge des auferstandenen Gekreuzigten vor der Himmelfahrt. Zuerst ist er Maria von Magdala erschienen, dann den Zwölfen, danach allen anderen; er hat sie nach Emmaus begleitet, hat ihnen die Schrift ausgelegt und das Brot gebrochen, das Herz hatte in ihnen gebrannt, als er mit ihnen redete; er hat die Jünger zum Fischfang hinaus geschickt und sie, die vorher nichts gefangen hatten, kamen mit reicher Beute zurück – dabei hat er ihnen am Ufer bereits ein Mahl zubereitet, den gebratenen Fisch, so dass sie durch den Auferstandenen erneut erfahren konnten: Gott ist immer schon vor uns da und sorgt für uns. Er hat ihnen behutsam, aber wirkungsvoll die Augen geöffnet, damit sie glauben können. Ich denke dabei an das Wort des früh verstorbenen Papstes Johannes Paul I., der ein wichtiges Vermächtnis verkündet hat: „Gott ist uns Vater, ja viel mehr noch eine zärtliche Mutter.“ Eine Mutter, die sich – wie der Vater – auf ihr Kind freut, diesem aber ganz besonders nahe ist, noch bevor es das Licht der Welt erblickt hat.</p>
<p>Himmelfahrt ist, wie gesagt, auch der Moment der Loslösung, der Abnabelung und des Erwachsenwerdens. Jesus, den seine Jüngerinnen und Jünger als Auferstandenen erfahren haben, hat alles für die ihm Anbefohlenen getan. Jetzt verlässt er sie und sie müssen auf eigenen Füßen stehen. Da dies jedoch nicht einfach ist, verspricht er, ihnen einen Beistand zu schicken – die heilige Geistkraft, die sie erfüllen, leiten, trösten und an alles erinnern wird, was Jesus gesagt und getan hat.</p>
<p>In dem Augenblick, als der Auferstandene ihren Blicken entschwindet, segnet er sie. Mit diesem Segen stärkt er sie und trägt ihnen zugleich auf, selbst ein Segen zu sein. Die Jünger, die nach dem Bericht in der Apostelgeschichte dem in den Himmel Aufgefahrenen gebannt hinterher schauen, wird das schnell deutlich gemacht durch die zwei Boten Gottes: <em>Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?</em> Ihre Aufgabe ist es nun, die frohe Nachricht von Jesus Christus und dem liebenden Gott unter den Menschen zu verbreiten, bis er wiederkommt und für alle lebendig erfahrbar wird &#8211; und das ist eben nicht erst am Ende der Zeit, sondern es kann heute und jetzt geschehen. Indem die Freunde und Freundinnen Jesu ein Segen sind und andere segnen, verbinden sie die Erde mit dem Himmel. Vielleicht erinnern Sie sich an das Motto des ersten ökumenischen Kirchentags: &#8222;Ein Segen sollt ihr sein&#8220;. Dies wurde bereits Abraham aufgetragen – und es gilt auch für uns.<br />
Und so frage ich Sie: Wann haben Sie in letzter Zeit jemanden gesegnet? Vielleicht als Vater oder Mutter ihr Kind, bevor es sich auf den Schulweg gemacht hat. Oder Sie haben einen Freund, eine Freundin, die vor einer längeren Reise oder vor einer schweren Aufgabe standen, Ihren guten Segen mitgegeben. Vielleicht haben Sie auch heute Morgen schon das frische Brot vor dem ersten Anschnitt gesegnet. Momente, in denen wir – gebend oder empfangend – Segen erleben, sind kleine Himmelfahrten.</p>
<p>Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen von einem Himmelfahrtstag erzähle, der mir und meiner Familie unvergesslich geblieben ist. Mein neunzigjähriger Vater lag mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus. Auf, sagte ich zu meinem Mann und den beiden Söhnen, heute ist Vatertag, da gehen wir alle zusammen den Großpapa besuchen – und das haben wir getan. Der Großvater war schwach und konnte kaum etwas sagen, doch er hat sich gefreut. Wir haben ihn rasiert, frisiert, mit ein paar Löffelchen Fruchtjoghurt gefüttert und waren ihm nahe, bis er ruhig einschlief. Wir fuhren nach Hause und nach etwa einer Stunde klingelte das Telefon… Der Großvater war im wahrsten Sinne des Wortes sanft entschlafen. Sie können sich vorstellen, wie froh und dankbar wir waren, dass unsere kleine Familie auf diese schöne Weise von ihm hatte Abschied nehmen dürfen. Dieser Vatertag hatte wirklich etwas von einer Himmelfahrt.</p>
<p>Himmelfahrten, die möglich werden, wenn wir lernen „mit dem Geist zu fühlen und mit dem Herzen zu denken“, wie es einmal der Dichter und Romancier Theodor Fontane in einem anderen Zusammenhang ausgedrückt hat. Eigentlich unmöglich, aber Franz von Assisi hat da einen guten Rat: „Beginne mit dem Notwendigen. Dann tue Dein Bestes. Und plötzlich wirst Du das Unmögliche tun.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Himmelfahrtstag und eine gute Zeit. </p>
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		<title>Aus einer liebenden Haltung &#8211; 6. Sonntag der Osterzeit A</title>
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		<pubDate>Thu, 11 May 2023 22:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 14 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern &#8211; und Jüngerinnen: 15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. 16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9736">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Aus dem Evangelium nach Johannes</strong>, Kapitel 14<br />
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern &#8211; und Jüngerinnen:<br />
15 Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.<br />
16 Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll,<br />
17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.<br />
18 Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.<br />
19 Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich weil ich lebe und auch ihr leben werdet.<br />
20 An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.<br />
21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2017/05/DSC09894.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2017/05/DSC09894-150x150.jpg" alt="M. Rings-Kleer" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-5784" /></a> Marita Rings-Kleer, Gemeindereferentin in der Pfarreiengemeinschaft Altenkessel-Klarenthal, Diözese Trier
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Aus einer liebenden Haltung</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, achte ich an bestimmten Kreuzungen darauf, wie viele Autofahrer noch bei Rot über die Ampel fahren. In den letzten Tagen waren es an einem Morgen nur vier, kein Spitzenwert. Weil Ampeln bei uns nur in seltenen Fällen mit Videokameras ausgestattet sind, fährt eben so mancher Autofahrer noch bei Rot drüber, weil er keine Strafen zu befürchten hat. </p>
<p>Dabei sind die Situationen, die dadurch entstehen, sehr gefährlich. Denn die anderen Autofahrer haben schon Grün und fahren ebenfalls und kommen den „Rot-Fahrern“ oft ganz gefährlich nahe. Aber die Gefahr hält die Autofahrer offensichtlich weniger von ihrem Tun ab, als eine Strafe in Form eines „Knöllchens“. Wenn ich das beobachte, frage mich, warum die Zahl derer, die sich über Regeln hinwegsetzen, nicht nur bei den Autofahrern, immer größer wird? Empfinden immer mehr Menschen die Regeln, die unser menschliches Zusammenleben eben „regeln“ sollen, als lästige Gängelei? Fühlen sie sich bevormundet oder gar eingeschränkt?</p>
<p>Natürlich weiß ich auch, dass nicht alle Regeln hilfreich sind. Es gibt Regeln, die sind tatsächlich mit Einschränkungen verbunden, aber nicht, um mich zu bevormunden, sondern um mich zu schützen.<br />
Verkehrsregeln helfen, dass wir uns sicher auf unseren Straßen bewegen können und jeder, der sich nicht daran hält, gefährdet sich und andere. Regeln gibt es seit Menschen in Gemeinschaften leben. Zu den berühmtesten Regeln zählen die zehn Gebote. Zumindest die sieben Gebote sind buchstäblich lebensrettend, die sich auf das menschliche Zusammenleben beziehen. Nehmen wir das Gebot: <em>Du sollst nicht morden</em>, es wäre fatal, wenn wir Menschen uns gegenseitig töten könnten, so wie es uns gefällt. Wie schwierig es  geworden ist mit: <em>Du sollst nicht lügen</em>, in einer Zeit voller Fake-News, erleben wir jeden Tag.</p>
<p>Die Gebote sind also Regeln, die mein Leben und das Anderer schützen. Und das gilt dann natürlich auch für alle anderen Gesetze, die unser Zusammenleben regeln. Gedacht sind sie, um uns vor lebensbedrohlichen Situationen zu bewahren. Manchmal sogar vor denen, die wir selbst verursachen, wie eben an den Ampeln.</p>
<p>Im heutigen Evangelium geht Jesus sogar noch weiter: <em>Wenn ihr mich liebt, werdet ihr die Gebote halten</em>. Jesus wiederholt diesen Satz am Ende der heutigen Perikope noch einmal, so als ob er es uns regelrecht einbläuen wollte.</p>
<p>Nun fällt es uns sicher nicht leicht, das Halten der Gebote ausgerechnet mit der Liebe zusammen zu bringen. Kennen wir doch alle den Satz des Hl. Augustinus „Liebe und tu, was du willst!“ Der gefällt uns gut, scheint er doch eher eine „Öffnungsklausel“ zu sein, als eine Einschränkung. Doch auch dieser Satz ist selbst eine wichtige Regel:<br />
Wer einen anderen Menschen liebt, wird nie etwas tun, was diesem Menschen schaden könnte. Im Gegenteil, wer liebt, wird sich selbst gern zurücknehmen, damit es dem geliebten Menschen gut geht. Wer liebt, wird den anderen Menschen beschützen und ihn nicht einer Gefahr aussetzen.</p>
<p>Jesus hat also Recht. Er weiß um den Zweck, den alle Gebote, Regeln oder Gesetze haben. Er weiß, dass sie schützen und bewahren wollen.<br />
Da, wo das Morden verboten ist, wird das Leben von Menschen beschützt.<br />
Da, wo das Stehlen verboten ist, wird das Eigentum von Menschen geschützt.<br />
Da, wo Lügen verboten ist, werden Vertrauen und Wahrheit geschützt.<br />
Niemand will sich vorstellen, dass es in unserer Welt anders zugehen soll. Gebote sind also keine Verbote, außer sie verbieten die Unmenschlichkeit. Gebote legen den Finger auf die zentralen Bedingungen menschlichen Zusammenlebens und nur, wenn wir uns nach den Geboten richten, kann dieses Zusammenleben gut werden.</p>
<p>Aber Jesus setzt noch eins drauf! Mit der Liebe geht er noch einen Schritt weiter. Er will nicht nur, dass wir die Regeln einhalten, er will, dass wir das aus einer liebenden Haltung heraus tun.<br />
Das ist der Unterschied zwischen den Menschen in der Gesellschaft und den Christen. Während Menschen die Gebote halten, damit sie überleben und sicher leben, will Jesus eine neue Qualität in unser Zusammenleben bringen. Die Liebe soll Maßstab sein und die Liebe wird nie etwas Schlechtes wollen oder tun.</p>
<p>Das wusste auch Augustinus, deshalb konnte er gefahrlos seinen berühmten Satz verkünden. In einem liebenden Miteinander sind die Gebote sozusagen „all inclusive“, ja besser noch: Die Liebe ist nicht nur ein Geschehen zwischen Menschen, wir Menschen werden auch von Gott geliebt. Sogar zuerst von Gott geliebt und dann in die Lage versetzt, andere Menschen zu lieben.</p>
<p>Wie sehr die Welt in Unordnung gerät, wenn zuerst die Liebe und dann in der Folge die Gebote verloren gehen, dass sehen wir in den Kriegen dieser Welt. Sie nehmen zu und nicht ab, wie man es von modernen Menschen erwarten würde. Ein Krieg ist die grausamste Form von Lieblosigkeit und Missachtung von Geboten. Und er ist ein sichtbares Zeichen für Gottlosigkeit.</p>
<p>Der Evangelist Johannes legt in seinem Evangelium Jesus gern theologisch-philosophische Äußerungen in den Mund, weil es ihm wichtig ist, auf bestimmte Zusammenhänge hinzuweisen. Wie auf den zwischen der Liebe und den Geboten.</p>
<p>Für uns Menschen in unserem Alltag scheint das allerdings weit weg. Für die Autofahrer an der morgendlichen Ampel würde schon reichen, wenn sie den Zusammenhang von Regeln und Beschütztsein erkennen könnten. Es wäre schön, wenn sie  bei Rot stehen bleiben würden, um sich und andere nicht zu gefährden. Es sieht ganz so aus, dass wir Menschen mit dem Halten der Regeln schon überfordert sind.<br />
Erst recht mit dem hohen Anspruch Jesu.</p>
<p>Aber vielleicht naht ja schon Hilfe. Bald ist Pfingsten und da ist uns noch einmal der Geist Jesu zugesagt, die Kraft, die uns helfen kann, den Anspruch Jesu zu leben. Dieser Geist ist uns jedenfalls zugesagt, nicht nur an einem einzigen Tag im Jahr. Immer und immer wieder und bis er dann in mir wirkt, warte ich doch gerne an einer roten Ampel. Amen</p>
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		<title>&#8222;Ich glaube an Jesus Christus, der aufersteht in unser Leben&#8220; &#8211; 5. Sonntag der Osterzeit A</title>
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		<pubDate>Fri, 05 May 2023 12:51:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 14 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern und Jüngerinnen: 1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! 2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9730">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Aus dem Evangelium nach Johannes</strong>, Kapitel 14<br />
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern und Jüngerinnen:<br />
1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!<br />
2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?<br />
3 Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.<br />
4 Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.<br />
5 Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen?<br />
6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.<br />
7 Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.<br />
8 Philíppus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.<br />
9 Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philíppus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater?<br />
10 Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.<br />
11 Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke!<br />
12 Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2011/10/Utta-Hahn-2.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2011/10/Utta-Hahn-2-150x150.jpg" alt="Utta Hahn (2)" width="150" height="150" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-7890" /></a>Utta Hahn, Gemeindereferentin, Dekanatsreferentin in Schwwäbisch-Hall
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>&#8222;Ich glaube an Jesus Christus, der aufersteht in unser Leben&#8220;</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
vor 20 Jahren starb Dorothee Sölle. Tatsächlich werden wohl dieses Jahr einige ihrer Schriften in Sammelbänden neu veröffentlicht, nachdem es in den letzten Jahren immer schwieriger wurde, diese Bücher selbst antiquarisch zu finden. Manche gibt es einige als ebooks, andere werden schon zu hohen Preisen auf Online-Portalen gehandelt. Es lohnt sich, gerade nach diesem Text aus dem Johannesevangelium an sie und ihr Leben und Schaffen zu erinnern. Eine streitbare, fromme und fehlbare Frau, so beschreibt sie Fulbert Steffensky in seinem Artikel in der aktuellen Ausgabe der Herder Korrespondenz.</p>
<p>Ich kann sicher keine Werkschau machen, ich kann auch nicht von persönlichen Begegnungen erzählen, doch eine persönliche Erfahrung möchte ich gerne hier teilen. Anfang der 90er Jahre schenkte mir eine Freundin das Büchlein „Gott im Müll“, von Dorothee Sölle.   Sie erzählt darin, wie sie in verschiedenen Ländern unterwegs war, Menschen und deren Schicksale kennenlernte und selbst im tiefsten Elend Gottes Gegenwart wahrnehmen konnte. „Gott im Müll“ ist für mich ein Statement für eine Theologie, die den Blick von der Not, dem Leiden, dem Schmerz her auf Gott sucht.</p>
<p>Diese Büchlein und viele andere, auch Gedichte und Gebete haben mich durch mein Berufsleben und als Theologin seither begleitet – immer sind Texte von Dorothee Sölle ein Hintergrund oder eine Option in meiner Arbeit. Ich gehöre vielleicht zu jener Gruppe von Menschen, die in der kirchlichen Arbeit bleiben, weil es solche Menschen wie Dorothee Sölle gab und gibt, die die Ambivalenz aushalten, die zornig und zärtlich sind und die das kommunizieren können. Ich bin ihr sehr dankbar dafür.</p>
<p>Es ist der Blick auf die Welt, dass Gott sich nicht &#8211; nur oder zuerst &#8211; in Kirchen, in kirchlichen Strukturen, über Amtsträger oder in einer Lehre ergründen lässt, sondern immer im Leben, in Beziehungen, in der konkreten Welt. Und hier, in der konkreten Welt ereignet sich die Verwirklichung des Reiches Gottes – oder soll sich hier verwirklichen. Jetzt und hier für Gerechtigkeit sich einsetzen, Machtmissbrauch anprangern, Verantwortung einfordern, politisch werden. Leidenschaftlich, aber niemals fanatisch, denn so stark wie in der Anklage, so tief und stark sind die Texte auch in ihrer Tiefe, ihrem Glauben, ihrem Vertrauen.</p>
<p>Wenn Jesus im eben gelesenen Evangelium zu seinen Freundinnen und Freunden  sagt: <em>Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!</em>… dann fällt mir das oft verwendete Glaubensbekenntnis von Dorothee Sölle ein:</p>
<ul>
Ich glaube an Gott,<br />
der die Welt nicht fertig geschaffen hat, wie ein Ding, das immer so bleiben muss,<br />
der nicht nach ewigen Gesetzen regiert, die unabänderlich gelten;<br />
nicht nach natürlichen Ordnungen von Armen und Reichen,<br />
Sachverständigen und Uninformierten, Herrschenden und Ausgelieferten.</p>
<p>Ich glaube an Gott, der den Widerspruch des Lebendigen will<br />
und die Veränderung aller Zustände durch unsere Arbeit, durch unsere Politik.</p>
<p>Ich glaube an Jesus Christus,<br />
der recht hatte, als er „ein einzelner, der nichts machen kann“, genau wie wir, an der Veränderung aller Zustände arbeitete und daran zugrunde ging. An ihm messend erkenne ich, wie unsere Intelligenz verkrüppelt, unsere Phantasie erstickt, unsere Anstrengung vertan ist, weil wir nicht leben wie er lebte.<br />
Jeden Tag habe ich Angst, dass er umsonst gestorben ist,<br />
weil er in unseren Kirchen verscharrt ist,<br />
weil wir seine Revolution verraten haben in Gehorsam und Angst vor den Behörden.</p>
<p>Ich glaube an Jesus Christus, der aufersteht in unser Leben, dass wir frei werden von Angst und Hass und seine Revolution weitertreiben auf sein Reich hin.</p>
<p>Ich glaube an den Geist, der mit Jesus Christus in die Welt gekommen ist;<br />
an die Gemeinschaft aller Völker und unsere Verantwortung für das, was aus unserer Erde wird: ein Tal voll Jammer, Hunger und Gewalt oder die Stadt Gottes.</p>
<p>Ich glaube an den gerechten Frieden, der herstellbar ist;<br />
an die Möglichkeit eines sinnvollen Lebens für alle Menschen;<br />
Ich glaube an die Zukunft dieser Welt Gottes und des Menschen.<br />
Amen.</ul>
<p><em>Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!</em><br />
Es gibt natürlich auch ganz andere Spuren, diese Worte Jesu ins Heute zu holen. Da gibt es die Rede, dass der Zeitgeist den Blick auf den wahren Glauben verstellt, den „richtigen“ Glauben gäbe es nur in einer immer kleiner werdenden Gruppe derer, die diesen Anspruch für sich geltend machen.</p>
<p>Doch auch hier fand ich Dorothee Sölles Umgang mit dem &#8222;wahren Glauben&#8220; absolut inspirierend. Sie hielt sich nie mit konfessionellen Schranken auf. Einzig die Bibel schien die Richtschnur zu sein. Ganz dem Wort Jesu folgend: <em>Glaubt an Gott und glaubt an mich.</em></p>
<p>Wenn dann ein paar Sätze weiter auch noch die großen Worte stehen: <em>Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben…</em> … dann würde ich mir wünschen, dass Dorothee Sölle als leuchtendes Beispiel für eine gelungene Nachfolge bekannt, gelesen und weitergetragen würde.</p>
<p>Jeder Lebensweg ist individuell – und kann, Jesu Worten folgend, zu Gott führen. In jedem Menschen liegen Würde und Größe, Göttlichkeit und Gottebenbildlichkeit. Jesu Botschaft und Einladung: Entdecke dies in dir.</p>
<p>Die Wahrheit ist kein Dogma sondern vielleicht eher Wahrhaftigkeit. Jesus die Wahrheit, die Wahrhaftigkeit, die Authentizität. Ja – und auch hier: der Weg zum Vater liegt im immer neuen Versuch, das eigene Leben wahrhaftig zu leben, nicht vollkommen, aber immer in der Hoffnung, dass Neubeginn immer möglich ist.</p>
<p>Das Leben kann nur gelebt werden. Mit aller Leidenschaft, mit Zorn, mit Trauer, Freude, Liebe Schmerz – in allen Gefühlen in aller Beziehung – Gott ist Beziehung und Leben und wünscht sich das für uns, für alle Menschen.</p>
<p>Vielleicht ist Dorothee Sölle tatsächlich nicht mehr zeitgemäß – wie hat sich unsere Welt und Kirche ja in den letzten 20 Jahren beschleunigt und verändert.</p>
<p>Aber es ist mehr als eine Jugendnostalgie, wenn ich daran glaube, dass ihre Haltung, die Welt und den Glauben zu sehen und auszudrücken, auch heute noch Hoffnung und Zuversicht vermitteln kann. Und ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, dass sowohl das Johannesevangelium als auch Menschen, denen Sie begegnen, in Ihnen den Glauben stärken und die Hoffnung lebendig halten. Amen.</p>
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		<item>
		<title>4. Sonntag der Osterzeit A</title>
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		<comments>http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9728#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Apr 2023 20:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9728</guid>
		<description><![CDATA[Liebe Leserin, lieber Leser, für diesen Sonntag kann ich leider keine neue Predigt veröffentlichen. Auf folgende Predigten möchte ich verweisen: 15. Mai 2020: Von guten und schlechten Hirten 5. Mai 2017: In einer anderen Welt 9. Mai 2014: Drei Möglichkeiten &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9728">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leserin, lieber Leser,</p>
<p>für diesen Sonntag kann ich leider keine neue Predigt veröffentlichen.</p>
<p>Auf folgende Predigten möchte ich verweisen:</p>
<p>15. Mai 2020: Von guten und schlechten Hirten</p>
<p>5. Mai 2017: In einer anderen Welt</p>
<p>9. Mai 2014: Drei Möglichkeiten für erfülltes Leben</p>
<p>Bis zum kommenden Wochenende, mit herzlichem Gruß<br />
<em>Birgit Droesser</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Weil Jesus für uns da ist &#8211; 3. Sonntag der Osterzeit A</title>
		<link>http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9725</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Apr 2023 17:52:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 21 In jener Zeit 1 offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. 2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9725">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Aus dem Evangelium nach Johannes,</strong> Kapitel 21<br />
In jener Zeit<br />
1 offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.<br />
2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.<br />
3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.<br />
4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.<br />
5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.<br />
6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.<br />
7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.<br />
8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot &#8211; sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen &#8211; und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.<br />
9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.<br />
10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.<br />
11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.<br />
12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.<br />
13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.<br />
14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/02/FotoAh.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/02/FotoAh-150x150.jpg" alt="Dr. Ulrike Altlherr" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-3816" /></a> Dr. Ulrike Altherr, Pastoralreferentin in Herrenberg
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Weil Jesus für uns da ist</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser!<br />
&#8222;Ich gehe Holzspalten!&#8220;, sagte ein Mann, als er den Schmerz über den Tod seiner Mutter fast nicht mehr aushalten konnte. Vielleicht ist es ihnen schon ähnlich ergangen, als Sie nicht mehr weiter wussten und sich sagten, dass Grübeln den Schmerz nur verstärkt. Einige Frauen, die ihren Mann verloren haben, erzählten, dass es am ehesten für sie auszuhalten war, wenn sie arbeiteten. Arbeiten, etwas ganz Alltägliches tun kann Halt und Sicherheit geben. Arbeit kann in einem guten Sinn ablenken.</p>
<p>So etwas muss sich auch Petrus gedacht haben, als er nach dem Tod Jesu nach Galiläa zurückging und lapidar sagte: <em>Ich gehe fischen</em>. Einige andere Jünger kamen mit. Aber es war vertrackt. Nicht einmal mehr das klappte. Sie arbeiteten die ganze Nacht und fingen nichts.</p>
<p>Wir kennen wahrscheinlich alle solche Nächte oder Tage, an den wir uns abgemüht und nichts &#8222;gefangen&#8220; haben, keinen Erfolg gehabt haben.<br />
Vielleicht sind wir wach gelegen und haben gegen die Krankheit und die Schmerzen angekämpft und es wurde schlimmer.<br />
Vielleicht haben wir keinen Schlaf gefunden, weil wir über ein Problem nachgegrübelt haben. Aber die vielen Grübelschleifen haben zu nichts geführt.<br />
Vielleicht haben wir lange auf ein Ziel hingearbeitet, auf etwas, das wir unbedingt erreichen wollten und sind gescheitert.<br />
Vielleicht haben wir alles für unsere Kinder getan, und die gehen jetzt Wege, mit denen wir gar nicht einverstanden sind.<br />
Vielleicht wollten wir in der Gemeinde, in der Kirche etwas bewegen und niemand hat mitgezogen oder alle Bemühungen wurden blockiert, so dass nichts daraus geworden ist.<br />
Es gibt sicher noch viele andere solcher &#8222;Vergeblich- und Nachterfahrungen&#8220;.<br />
Alles scheint so unendlich sinnlos nach einer solchen Erfahrung. </p>
<p>Aber dabei muss es nicht bleiben.</p>
<p><em>Am Morgen stand Jesus am Ufer&#8230;</em>, so erzählt das Evangelium weiter. Er fragte sie: <em>Kinder, habt ihr nichts zu essen?</em> Und als sie mit <em>nein </em>antworteten, wies er sie an: <em>Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus.</em> Und sie taten es auf seine Aufforderung hin, obwohl sie als Berufsfischer eigentlich wussten, dass wenn man in der Nacht nichts gefangen hatte, bei Tag die Aussichten noch schlechter waren. Trotzdem folgten sie Jesu Wort. Und dies obwohl sie noch nicht wussten, dass es der Herr war. Aber sie müssen es wohl geahnt haben. Sie fingen dann wider Erwarten so viele Fische, dass sie das Netz gar nicht mehr ins Boot ziehen konnten. Die absolute Fülle an Fischen kam zusammen.</p>
<p>Und wir? Wenn Jesus am Morgen unserer vergeblichen Nachtarbeiten am Ufer steht und sagt: &#8222;Wirf dein Netz noch einmal aus?&#8220; Was würden wir sagen. Etwa: &#8222;Hat alles doch keinen Sinn. Ich kann nicht mehr. Ich bin viel zu fertig dazu. Noch eine Enttäuschung verkrafte ich nicht.&#8220;? Würden wir das sagen oder uns auf sein Wort hin noch einmal auf einen neuen Versuch, der viel Anstrengung kostet und bei dem der Erfolg nicht von vorneherein feststeht, einlassen. Er sagt nicht: Ihr werdet Erfolg haben, sondern nur werft euer Netz aus. Ein Versuch ohne Erfolgsgarantie. </p>
<p>Es heißt also Vertrauen haben. Und erst dann ist &#8222;Erfolg&#8220; in welcher Form auch immer möglich. Dann klappt vielleicht auf einmal etwas, mit dem wir gar nicht mehr gerechnet hätten. Manchmal ist es nötig, alte sichere Geleise zu verlassen und etwas noch einmal oder noch einmal neu zu probieren. Dies geht deshalb, weil Jesus am Ufer steht und für uns da ist. Er ermutigt und stärkt uns dafür.</p>
<p>Im Evangelium hat Jesus seinen Jüngern nämlich nicht nur zum reichen Fischfang verholfen, sondern sich auch noch anderweitig um ihr leibliches Wohl gekümmert. Auf einem Kohlenfeuer lagen bereits Fisch und Brot für ein Mahl bereit. Sie durften ihren Riesenhunger stillen und neue Kraft schöpfen. So war der Auferstandene zu seinen Jüngern.</p>
<p>Der heutige Evangelientext ist dem letzten Kapitel des Johannesevangeliums entnommen. Dieses Kapitel ist ein Zusatz, der dem fertigen Johannesevangelium angefügt wurde. Dem Autor genügte es nicht, was in den vorderen 20 Kapiteln dieses Evangeliums über Jesus zu lesen war. Mit unserer Erzählung wollte er noch Wichtiges hinzufügen und seiner Gemeinde ins Stammbuch schreiben. Die Erzählung von der Erscheinung des Auferstandenen am See Tiberias ist also so eine Art P.S., post scriptum, des Johannesevangeliums. Hier wird noch einmal gezeigt, was von Ostern her wichtig an diesem Jesus ist. Viele Episoden aus anderen Teilen der Bibel klingen hier an. Der Fischfang verweist auf den reichen Fischfang, der als vorösterliches Wunder bei Lukas überliefert ist. Fisch und Brot erinnern an die Brotvermehrung. Dass die Jünger den Herrn erst nicht erkennen, wissen wir auch aus der Emmauserzählung. Und als er ihnen am Schluss das Brot zu essen gibt, klingt das letzte Abendmahl an. Der Autor des Evangeliums will hier zeigen, dass der Herr nach Ostern als Auferstandener der ist, der er vor Kreuz und Tod war. Derjenige, der da ist, der für Nahrung für die Menschen sorgt, ja sich selbst als Nahrung für die Menschen hingibt. </p>
<p>Als solcher erscheint er nicht nur am See Tiberias. Als solcher kann er auch in unserem Leben erscheinen, hier bei uns in Herrenberg, hier bei Ihnen wo immer Sie sind nach einer durchwachten Nacht, nach einer missglückten Sache und uns sagen: &#8222;Wirf dein Netz aus&#8220;, und uns mit seinem Brot und Wort stärken. </p>
<p>Und genau dies ist es, was wir in jedem Gottesdienst feiern. Wo wollen Sie ihr Netz noch einmal auswerfen?&#8230;. Amen.</p>
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		<title>Sehnsucht nach Gemeinschaft &#8211; 2. Sonntag der Osterzeit A</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Apr 2023 22:12:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Erste Lesung aus der Apostelgeschichte, Kapitel 2 42 Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. 43 Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9720">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Erste Lesung aus der Apostelgeschichte</strong>, Kapitel 2<br />
42 Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.<br />
43 Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen.<br />
44 Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam.<br />
45 Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.<br />
46 Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.<br />
47 Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/04/Kirchenfenster-2.jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2023/04/Kirchenfenster-2-150x150.jpg" alt="Kirchenfenster (2)" width="150" height="150" class="aligncenter size-thumbnail wp-image-9722" /></a><br />
<strong>Autorin:</strong><br />
Sigrid Haas, Diplomtheologin in Mannheim
</div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Sehnsucht nach Gemeinschaft</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
<strong>Echte Gemeinschaft oder Wunschtraum?</strong><br />
Die Beschreibung des Lebens der Urgemeinde mutet paradiesisch an. Manche denken sicher „Wie schön wäre es, wenn das in unserer Gemeinde auch so wäre!“ Die meisten werden das aber eher als Wunschtraum betrachten. Sicher war es das idealistische Ziel der Urgemeinde, doch sah die Realität wohl anders aus.</p>
<p>Schon als Jesus noch lebte, gab es Disharmonie sowohl unter den Jüngern selbst als auch mit Jesus. Etwa als er sich von einer Frau mit kostbarem Öl salben ließ, prangerten die Jünger das als Verschwendung an. Und unter dem Kreuz standen außer dem Lieblingsjünger Johannes nur die mutigen Frauen. Die ganze Jüngerschar hatte Jesus im Stich gelassen, Judas ihn gar verraten, Petrus ihn dreimal verleugnet. Von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung in solch einer schweren Situation also keine Spur…!</p>
<p>Und als der Auferstandene sich nicht zuerst Petrus, sondern Maria von Magdala zeigte, sie sogar beauftragte mit der Verkündigung der frohen Botschaft, glaubten ihr die Jünger nicht, allen voran Petrus. In den apokryphen Evangelien (die  nicht in die Bibel aufgenommen wurden) wird ebenfalls von Disharmonie berichtet. Etwa weil Jesus nicht Petrus, sondern Maria von Magdala besondere Dinge offenbart hatte.</p>
<p>Doch die Trauer und Verzweiflung über den Verlust Jesu brachte die Jünger und Jüngerinnen wohl wieder zusammen. Wohin sonst hätten sie auch gehen sollen? Später wurde durch das machtvolle Pfingstereignis und die Wunder wahrscheinlich die Stimmung wieder so gut, dass die Gläubigen tatsächlich für einige Zeit in Liebe und Harmonie miteinander lebten. Diese Lebensweise zog natürlich dann viele Menschen an, die auch zu solch einer Gemeinschaft gehören wollten.</p>
<p>Wir haben hoffentlich alle schon die Erfahrung von tiefer, beglückender Gemeinschaft gemacht. Denn jeder Mensch trägt eine tiefe Sehnsucht in sich nach Verbundenheit und nährender Gemeinschaft. Natürlich ist auch im gemeinschaftlichen Leben nicht immer alles wunderbar. Doch der Grundakkord der Liebe, der Freude und des Füreinander-da-Seins verbindet alle, trotz Krisen und Konflikten. Im Optimalfall erleben wir das in unserer Familie. Doch Großeltern und Eltern sterben vor uns, Geschwister gibt es vielleicht keine. Dann ist eine Gemeinde um so wichtiger. </p>
<p><strong>Fundament und Vision von Gemeinschaft</strong><br />
Die Lehre Jesu ist einfach zu verstehen, aber nicht einfach zu leben. Die Gläubigen halten an dieser Lehre fest – sie haben gemeinsame Werte und Überzeugungen. Durch diese sind sie miteinander verbunden. Jesus ist der Maßstab. Sie wollen im Alltag konsequent so leben, wie er es ihnen vorgelebt hat, auch wenn das nicht immer gelingt. Dies setzt eine klare Entscheidung voraus. Gelingende Gemeinschaft braucht auch Verbindlichkeit.</p>
<p>Was die Menschen davor getan haben, ist unwichtig. Entscheidend ist, wie sie jetzt leben: Gott, sich selbst und die Nächsten lieben, Vergebungsbereitschaft, Einmütigkeit, mit den Armen teilen, was sie haben, Kranke und Einsame trösten, tägliches gemeinsames Gebet und Gotteslob, miteinander in Freude Mahl halten als Agape durch nährende Speisen und Getränke für den Leib und als Sakrament durch Brot und Wein zur Erquickung von Geist und Seele.</p>
<p><strong>Kirche &#8211; Diskrepanz zwischen Lehre und Verhalten</strong><br />
In der gesamten Kirchengeschichte wie auch heute sehen wir allerdings, dass es viele Meinungen von der wahren Lehre Jesu gibt. Auch wurden bewusst Aussagen von Jesus verschwiegen, verfälscht oder anders interpretiert oder übersetzt. Die „Irrlehren“ wurden von den Mächtigen immer unterdrückt, bisweilen ihre Führer sowie Gläubige sogar ermordet. Zahlreiche Kirchenspaltungen waren die Folge. </p>
<p>Heutzutage hat die Weigerung zu notwendigen Veränderungen und schonungsloser Aufklärung von Missbrauch jeder Art die Gläubigen bereits zu Millionen aus der Kirche getrieben. Die Diskrepanz zwischen gepredigter Lehre und tatsächlichem Verhalten sehr vieler Amtsträger ist zu groß; das Schweigen zu brisanten Themen bis hin zur Unterstützung gefährlicher Entwicklungen und Maßnahmen unvereinbar mit der Lehre Jesu. Auch die Kirchensteuer und ihre manchmal fragwürdige Verwendung ist ein Austrittsgrund.</p>
<p><strong>„Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast“</strong><br />
Es gab immer wieder Menschen, die wie Jesus leben wollten. Beispielsweise Franz und Klara von Assisi. Die Brüder und Schwestern hatten alles gemeinsam, versammelten sich täglich zum Gebet und kümmerten sich um Arme und Kranke. Doch baldige Machtkämpfen im wachsenden Männerorden endeten in Spaltungen. Heute haben die meisten Ordensgemeinschaften durch Nachwuchsmangel keine Zukunft mehr.</p>
<p>Einigen wenigen, wie etwa der von Roger Schutz gegründeten Communauté de Taizé, ist es gelungen, notwendige Veränderungen zu machen und gleichzeitig die Essenz zu erhalten. Sie haben keine Nachwuchsprobleme, nehmen keine Spenden an und einige Brüder leben mit den Ärmsten in verschiedenen Ländern. Frère Rogers Botschaft war &#8222;Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, und sei es noch so wenig, aber lebe es.“ Bis heute kommen jährlich Zehntausende vor allem junge Menschen aus aller Welt nach Taizé. Für eine Woche erleben sie, wie Gemeinschaft trotz aller Unterschiede gelingen kann. Sie beten, singen und essen gemeinsam, tauschen sich aus und werden ermutigt, in ihren Ortsgemeinden kleine Gemeinschaften zu gründen. So sind weltweit Gebetsgruppen entstanden. In jährlichen europäischen Treffen werden Jugendliche von Kirchengemeinden und Gastfamilien aufgenommen. </p>
<p><strong>Ungewollte Veränderungsprozesse und Krise als Chance</strong><br />
Der unfreiwillige Reinigungsprozess, der zunehmende Mangel an geweihten Amtsträgern und Ordensleuten sowie der demographische Wandel zwingen zu neuen Strukturen und Formen. Zukünftige Riesen-Pfarreien werden sicher weiter zu Mitglieder- und Bedeutungsverlust der Kirche führen. Selbst Zölibatsabschaffung und Frauenpriestertum würden das nur verlangsamen. Kirchliche Angebote gehen oft völlig an den Bedürfnissen der Gläubigen vorbei; gemeinsames Essen beispielsweise wird kaum angeboten. Die in der evangelischen Tradition beheimateten Hauskirchen dagegen wachsen seit Jahren. </p>
<p>Es bräuchte wieder ein Pfingstereignis, um die Vision auch in die Tat umzusetzen. Doch die heilige Geistkraft wirkt, wo sie will…! Außerhalb der Kirche suchen und finden sich immer mehr spirituelle Menschen, um echte Gemeinschaft zu leben, die auch Elemente verschiedener Traditionen einbeziehen. Denn es kommt nicht auf den Buchstaben, sondern den Geist an. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, ob eine Gemeinschaft ein stabiles Fundament hat.</p>
<p><strong>Leben in Gemeinschaft – die natürliche Lebensweise</strong><br />
Die Sehnsucht nach Gemeinschaft ist ein urmenschliches Bedürfnis, Leben in kleinen Gemeinschaften die natürliche Lebensform. Unsere Urgroßeltern wohnten meistens noch mit ihren Nachkommen zusammen.<br />
Im Mittelalter, als die Menschen überwiegend in Dörfern lebten, gab es außerdem die Allmende. Jedes Dorf besaß Wiesen, Ackerflächen, Wald und Wasser, wo alle etwas für den Eigenbedarf entnehmen durften. Heute entstehen zunehmend öffentliche Gemeinschafts-Gärten und essbare Städte.</p>
<p>Außerhalb der westlichen Welt gibt es noch Stämme und Clans, die in kleinen Dörfern leben oder umherziehen. Von diesen Gemeinschaften können wir lernen. Denn sie haben in Jahrtausenden tragfähige Lebensformen geschaffen, die sie bis heute überleben ließen. Ihre Merkmale sind der Lehre Jesu oft sehr nahe. </p>
<p>Es gibt Schöpfungsmythen: die Menschen hüten die Erde und teilen, was sie haben, weil alle Geschwister sind. Es gibt Rituale, um die Gemeinschaft zu stärken und für wichtige Lebensereignisse. Wer etwas Böses getan hat, wird nicht eingesperrt, sondern an das Gute in sich erinnert, Kranke werden auch durch Geistheilung geheilt. Beispielsweise hat das kleine Bergvolk der Kogi in Kolumbien noch nie Krieg erlebt. Einige sind nun nach Europa gereist, um die Menschen an die natürliche Lebensform wieder zu erinnern. Oder die Völker in der Kalahari – bei ihnen ist jede Arbeit gleichwertig, und ein erlegtes Tier wird mit allen geteilt. </p>
<p>Abschließend zwei wissenschaftliche Beispiele über die positiven Wirkungen von Gemeinschaft. Die Wissenschaftsjournalistin Lynne McTaggart hat folgendes herausgefunden: Wenn sich 6-12 Menschen real oder in Gedanken 10 Minuten mittels einer speziell formulierten Intention auf einen kranken Menschen konzentrieren, können beachtliche Heilungen geschehen – für alle Beteiligten. Das HeartMath Institute beschäftigt sich mit der Herzkohärenz. Durch spezielle Meditationen wird der Herzschlag harmonisiert. Sind mehrere herzkohärente Menschen zusammen mit einem nicht herzkohärenten, überträgt sich die Kohärenz auf ihn. So gibt es weniger Konflikte und mehr Verbundenheit. </p>
<p>Unabhängig vom Schicksal der Kirche wird die Essenz der Lehre Jesu, eingebunden in den jeweiligen kulturellen und spirituellen Hintergrund, überall auf der Welt weiter gelebt. Denn die Sehnsucht und die Vision von Geschwisterlichkeit, tiefer Gemeinschaft untereinander, mit Gott und auch mit Mutter Erde wohnen jedem Menschen inne. Amen</p>
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		<item>
		<title>Brannte nicht unser Herz in uns? &#8211; Ostermontag</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Apr 2023 19:09:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Birgit Droesser]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 24 Übersetzung: Bibel in gerechter Sprache 13 Und siehe, zwei von ihnen &#8211; den Jüngerinnen und Jüngern -wanderten am ersten Tag der Woche in ein Dorf, das von Jerusalem 60 Stadien entfernt war, namens &#8230; <a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/?p=9715">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="width:450px; background-color:#fdffd9; padding:15px 5px 0 10px; float:left;">
<strong>Aus dem Evangelium nach Lukas</strong>, Kapitel 24<br />
Übersetzung:<em> Bibel in gerechter Sprache</em><br />
13 Und siehe, zwei von ihnen &#8211; den Jüngerinnen und Jüngern -wanderten am ersten Tag der Woche in ein Dorf, das von Jerusalem 60 Stadien entfernt war, namens Emmaus;<br />
14 und sie redeten miteinander über alle diese Ereignisse.<br />
15 Als sie miteinander redeten und nachdachten, da näherte sich Jesus selbst und ging ein Stück Weg mit ihnen.<br />
16 Ihre Augen aber wurden mit Kraft davon abgehalten, ihn zu erkennen.<br />
17 Er sprach zu ihnen: »Was sind das für Worte, die ihr unterwegs miteinander wechselt?« Und sie blieben niedergeschlagen stehen.<br />
18 Derjenige, der Kleopas hieß, antwortete ihm: »Bist du der Einzige, der in Jerusalem weilt und nicht erfahren hat, was sich in diesen Tagen da ereignet hat?«<br />
19 Er sagte zu ihnen: »Was?« Sie antworteten ihm: »Das mit Jesus von Nazaret, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk;<br />
20 wie ihn die Hohenpriester und unsere Obrigkeit zum Todesurteil ausgeliefert haben und sie ihn gekreuzigt haben.<br />
21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel befreien sollte. Aber bei dem allem ist es schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist.<br />
22 Aber auch einige Frauen aus unserer Mitte haben uns erschreckt. Nachdem sie früh am Morgen bei der Gruft gewesen waren<br />
23 und seinen Körper nicht gefunden hatten, kamen sie und sagten, sie hätten gar eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagten, dass er lebe!<br />
24 Einige von uns gingen hin zur Gruft und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten. Ihn selbst aber haben sie nicht gesehen.«<br />
25 Er sprach zu ihnen: »Oh, ihr seid ja unverständig und zu schwer von Begriff, um darauf zu vertrauen, was die Prophetinnen und Propheten gesagt haben!<br />
26 War es nicht notwendig, dass der Gesalbte dies erlitten hat und in seinen Lichtglanz hineinging?«<br />
27 Und er begann bei Mose und allen prophetischen Schriften und erklärte ihnen überall, was dort über ihn stand.<br />
28 Und sie näherten sich dem Dorf, wohin sie unterwegs waren, und er tat so, als ob er weiterwandern wollte.<br />
29 Sie nötigten ihn mit den Worten: »Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt.« Und er ging mit, um bei ihnen zu bleiben.<br />
30 Als er mit ihnen zu Tische lag, nahm er das Brot, dankte; brach es und gab es ihnen.<br />
31 Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn. Er aber verschwand.<br />
32 Und sie sagten zueinander: »Brannte nicht unser Herz in uns, als er auf dem Weg mit uns sprach, und als er uns die Schriften erklärte?«<br />
33 In dieser Stunde standen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf und ihre Gefährtinnen und Gefährten versammelt.<br />
34 Diese erzählten: »Der, dem wir gehören, der ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen.«<br />
35 Und sie selbst erzählten, was auf dem Weg geschehen war und wie er beim Brotbrechen von ihnen erkannt worden war.</p>
</div>
<div style="width:150px;  float:right;">
<p><strong>Autorin:</strong><br />
<a href="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/05/Passfoto-A.R..jpg"><img src="http://www.kath-frauenpredigten.net/wp-content/uploads/2015/05/Passfoto-A.R..jpg" alt="Angela Repka" width="2283" height="2904" class="size-full wp-image-4063" /></a> Angela Repka, ausgebildete Diakonin, Literaturübersetzerin in Offenbach
</div>
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<p>&nbsp;<br />
<strong>Die Predigt:</strong><br />
<strong>Brannte nicht unser Herz in uns?</strong></p>
<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br />
die liebevoll oder pfiffig versteckten bunten Eier und Schokohasen, uralte Zeichen für Fruchtbarkeit und neues Leben, sind schon gefunden, verspeist und vernascht. Für viele Zeitgenossen ist Ostern eben eine Art Frühlingsfest mit fröhlichen Bräuchen, vielleicht gar die Erinnerung an Ostara, eine altgermanische Frühlings- oder Lichtgöttin, dargestellt mit einem Füllhorn und einem Hasen als Begleittier. Wie dem auch sei: Das Wiedererwachen der Natur spielt eine Rolle, die nicht zu verachten ist, zumal wir heutzutage ein Bewusstsein davon haben, wie stark der menschengemachte Klimawandel bereits unsere Existenz bedroht. So verbindet uns die Bejahung und Feier neuen Lebens mit allen Menschen dieser Erde, ganz gleich welcher Weltanschauung oder religiösen Überzeugung sie sind. Respekt ist angesagt, Wertschätzung, die Suche nach dem Gemeinsamen, auf dem wir aufbauen können.</p>
<p>Für Christinnen und Christen gibt es aber noch einen tieferen Grund zu jubeln und zu feiern. „Christ ist erstanden!“ – „Er ist wahrhaft auferstanden!“ rufen sie einander in der Osternacht zu. Wie schon damals die Jünger und Jüngerinnen Jesu, als sie in verschiedenen Begegnungen die Nähe des Auferstandenen erlebten und zur Gewissheit gelangten: Jesus ist bei Gott, den er zärtlich Abba, Papa nannte, er verlässt uns nicht, der Tod hat nicht das letzte Wort behalten. Da hat sich ihre Klage in Jubel verwandelt.</p>
<p>Dieser Wandel geschah jedoch nicht schlagartig und bei allen gleichzeitig. Angefangen hat er bei den Frauen, die sahen, dass das Grab Jesu leer war, und denen der Engel auftrug, den Jüngern zu verkünden: Jesus lebt und will euch begegnen. Wir wissen auch von der Begegnung von Maria Magdalena mit dem geliebten Meister im Garten am leeren Grab. Sie erkennt ihn, als er sie beim Namen ruft, worauf er ihr den Verkündigungsauftrag erteilt. Nach all dem Schrecklichen, was geschehen ist, wird den Frauen zunächst nicht geglaubt. Weibergeschwätz.</p>
<p>Wie sich der Glaube an die Auferstehung allmählich Bahn bricht, erfahren wir sozusagen exemplarisch aus dem heutigen Evangelium, in dem Lukas die Emmaus-Geschichte erzählt. Da sind zwei, die es wohl nicht mehr in der angsterfüllten Jerusalemer Enge, in dieser für sie bedrohlichen Situation nach der Kreuzigung Jesu ausgehalten haben und auf- oder ausgebrochen sind. Von dem einen Jünger erfahren wir den Namen: Klopas, von dem der anderen Person nicht. Wer mag das gewesen sein? Heute wird durchaus für möglich gehalten, dass der zweite Jünger eine Jüngerin war, nämlich Maria, die Frau des Klopas, die mit den anderen Marien unter dem Kreuz bei Jesus ausgeharrt hatte. Vielleicht wollte das Ehepaar in das etwa 11 Kilometer von Jerusalem entfernte Dorf Emmaus in sein Haus zurückkehren, um dort in all dem Schmerz und der Verwirrung etwas Ruhe zu finden. Auf jeden Fall sind wir aber als Lesende oder Hörende der Geschichte eingeladen, selbst die Stelle des Jüngers, der Jüngerin einzunehmen und mit nach Emmaus zu gehen, einem Ort, dessen Name Wärme verspricht, heiße Quellen (hebr. hamam), in denen sich Erkaltetes aufwärmen und Erstarrung lösen kann.</p>
<p>Tröstlich ist bereits, dass da zwei unterwegs sind, die miteinander reden, ihr Leid teilen, um mit dem sinnlosen brutalen Geschehen fertig zu werden. Da gesellt sich plötzlich der Fremde zu ihnen, Jesus, den sie zunächst nicht erkennen. Wir aber werden an die Zusage Jesu erinnert: <em>Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen</em>. Und wie er unter ihnen ist! Ganz behutsam nähert er sich, mit Fragen nach dem, was ihnen Sorgen bereitet und das Herz schwer macht. Die beiden öffnen sich dem Fremden und erzählen ihm vom Kreuzestod Jesu, des Messias, der ihre ganze Hoffnung war, von dem sie, wie viele andere, die Rettung erwartet hatten, auch vor der drückenden Besatzungsmacht der Römer &#8211; und jetzt war er tot. Die Nachricht vom leeren Grab, von der Begegnung mit dem Engel und mit dem Meister selbst, hatten sie zwar gehört, doch sie war noch nicht bei ihnen angekommen. Es war ja die Erfahrung anderer, nicht ihre eigene.</p>
<p>Mit der Frage: <em>Begreift ihr denn nicht</em>? beginnt Jesus seine Katechese. Er legt den beiden die Schrift und die Propheten aus und erklärt ihnen, dass der Messias leiden musste, um seine Sendung auf Erden zu erfüllen und dann in Gottes Glanz einzukehren. Als sie im Dorf angekommen sind, wollen die Trauernden Jesus nicht weiterziehen lassen. <em>Brannte nicht unser Herz in uns?</em> werden sie später im Rückblick auf den gemeinsamen Weg sagen. Die Rede und Zuwendung des fremden Begleiters hat ihnen gutgetan, sie im Innersten berührt. Sie laden ihn ins Haus ein, denn es ist schon Abend. Als Jesus mit ihnen am Tisch sitzt, das Brot nimmt und es nach dem Lobpreis an sie verteilt, fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen. Am Brotbrechen, dem Teilen des Lebensnotwendigen mit allen, haben sie Jesus erkannt – aber da ist er schon ihren Augen entschwunden. Doch nun ist die Botschaft des Auferstandenen ist bei ihnen angekommen, hat sie mitten ins Herz getroffen. Unverzüglich verlassen sie das Haus und Emmaus, den warmen Ort, eilen furchtlos durch die Nacht bis nach Jerusalem zu den dort versammelten Jüngerinnen und Jüngern, um ihnen alles zu berichten und zu verkünden: Jesus ist auferstanden. Noch ehe sie dazu kommen, schallt es ihnen schon entgegen: Er ist wirklich auferstanden und dem Simon erschienen. Ihre Verzweiflung hat sich in Freude verwandelt.</p>
<p>Es werden noch weitere Begegnungen mit dem Auferstandenen folgen, welche die Jünger und Jüngerinnen aufrichten, sie neu mit Glauben und Begeisterung erfüllen. <em>Brannte nicht unser Herz in uns?</em> In dieser Erfahrung kündigt sich bereits Pfingsten an, da die Geistkraft mit Brausen auf die Versammelten herabkommt und mit Feuerzungen ihr Herz und ihren Geist entzündet. Dann werden sie imstande sein zu angstfreier Verkündigung, mit der Gott auch uns heute entflammen will. Erst im Verborgenen und dann vor den Augen aller, damit die Menschen Gottes Liebe erkennen durch die brennenden Herzen und die teilenden Hände jener, die sich zu Jesus Christus, dem Auferstandenen, bekennen. </p>
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