Kopf hoch – 1. Adventssonntag Lesejahr C

Erste Lesung aus dem Buch Jeremia, Kapitel 33
14 Siehe, Tage kommen – Spruch des Herrn -, da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe.
15 In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Er wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land.
16 In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Jahwe ist unsere Gerechtigkeit.

Aus dem Evangelium nach Lukas, Kapitel 21
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern – und Jüngerinnen:
25 Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.
26 Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
27 Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit .
28 Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.
34 Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht,
35 wie eine Falle; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
36 Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

Autorin:
Dr. Ulrike Altlherr Dr.theol. Ulrike Altherr, Pastoralreferentin in Herrenberg

 
Die Predigt:
Kopf hoch

Liebe Leserin, lieber Leser
der Advent beginnt, Vorbereitung und Einstimmung auf Weihnachten. Häuser und Straßen sind festlich geschmückt. Wer etwas auf sich hält, hat bereits gebacken. Alle anderen können schon seit September Stollen und Lebkuchen kaufen.Viele haben sich auf die Weihnachtsmärkte und –feiern gefreut, genauso wie auf gemütliche Treffen mit Freunden oder Familie zu Hause.

Die schöne Adventsstimmung ist dieses Jahr mehr als getrübt. Die Zahlen der an Covid19 Erkrankten sind hoch wie nie zu vor. Was hatte man sich nicht alles im letzten Jahr erhofft. Mit einer guten Impfquote, so dachte man zu Beginn des Jahres, könnte man wieder fast normal Advent und Weihnachten feiern, würde man das Virus in den Griff bekommen. Das Virus haben wir nicht wirklich im Griff, es hat eher uns im Griff.
Frust, Ärger, Wut wahlweise auf die Ungeimpften, die Politik, die Einschränkungen… machen sich breit. Erschöpfung bei den einen und Einsamkeit bei den anderen sind zu konstatieren und unter der Oberfläche bei den meisten mehr oder weniger große Ängste bis hin zur Depression
.
Zur Coronakrise kommt noch die Klimakrise. Bequemlichkeit oder Profitgier führen dazu, dass wir die Ressourcen der Erde auf Kosten vor allem der nächsten Generationen verbrauchen. Kriegerische Auseinandersetzung oder schlechte Lebensbedingungen treiben viele Menschen in die Flucht. Manche Machthaber nutzen Geflüchtete als Spielball für politische Interessen. Ich denke da vor allem an die Menschen, die zwischen Belarus und Polen festhängen.

Weltuntergangsstimmung allenthalben. Die meisten Menschen rechnen derzeit mit dem Schlimmsten, lassen den Kopf hängen.

Die biblischen Texte, die wir in den Gottesdiensten im Advent hören, sprechen auch von Angst und Not. Von apokalyptischen Katastrophen, von Weltuntergang ist die Rede, aber auch von uralten Heilsverheißungen.
Im Lukasevangelium hörten wir heute, dass es kosmische Zeichen geben wird an Sonne, Mond und Sternen, dass die Völker ratlos sein werden über das Toben und Donnern des Meeres. Sogar die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Man/frau kann sich das Szenario nicht gewaltig genug vorstellen. Dann wird man den Menschensohn, den endzeitlichen Retter und Richter in einer Wolke kommen sehen.
Wir lesen von Menschen, die vor Angst vergehen. Denen wird gesagt: Hebt eure Häupter! Not und Angst werden nicht klein geredet, aber die Hoffnung auf Einen, der kommt ist stärker als alle Angst. Eure Erlösung ist nahe. heißt es.

ErlösungNehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit… Euer Herzen nicht beschweren. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass auch gesagt wird, dass die Sorgen des Alltags das Herz nicht beschweren sollen. Vielleicht sollten wir manche Alltagssorgen daraufhin überprüfen, ob sie wirklich so wichtig sind, dass sie unser Herz beschweren müssen.

Menschen, die wissen, dass Erlösung nahe ist, können anders leben, brauchen sich weniger Sorgen zu machen, sehen klarer, was wirklich wichtig ist.

Vielleicht ist unsere Zeit jetzt mehr denn je in einer adventlichen Zeit, in der große Not und Unheil herrschen und wir uns nach Rettung sehnen.

„Kopf hoch“ sagen wir, wenn wir jemanden aufmuntern wollen. Es ist ein großer Unterschied, ob wir mit hängendem Kopf oder mit erhobenen Haupt durch die Welt gehen. Probieren Sie`s aus: Senken Sie ihren Kopf und nehmen Sie wahr, was Sie dann sehen, wie es Ihnen dann geht. Dann heben Sie ihn langsam, schauen sich um. Wie ist es jetzt?

Wir haben allen Grund unseren Kopf zu heben. Letztendlich macht Gott alles gut. Drum „Kopf hoch“. Amen.

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Eine Antwort auf Kopf hoch – 1. Adventssonntag Lesejahr C

  1. Lydia sagt:

    Liebe Ulrike Altherr,
    vielen DANK! Ja, es wirkt, den Kopf zu heben.

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